Wer ist eigentlich diese Mai1?

Januar 18, 2017

Ich soll einen Blogbeitrag schreiben und mich vorstellen, hat sie gesagt. Das ist ganz einfach, hat sie gesagt…

Seit Tagen überlege ich, wie ich das anstellen soll. Meine Lösung? Ich tue einfach so, als ob ich nicht schreiben, sondern dir persönlich gegenüber sitzen würde, haha. Genial, oder?

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Also: Hi, schön dich kennen zu lernen! Und schön, dass du dich für AcroYoga und unseren Blog interessierst. Ich bin Mai, auch bekannt als Mai1. Nein, ich habe mir die Nummerierung nicht ausgedacht und war auch dagegen, aber naja, was soll man machen.

Meine Eltern kamen in meinem Geburtsjahr, 1991, nach Deutschland, um politisches Asyl zu beantragen. Mein Dad hat damals die erste vietnamesisch sprachige Webseite gegen den Kommunismus und das Ein-Parteien-System geschrieben. Was für ein Rebell er doch war. Dementsprechend war er dort aber auch nicht mehr so gerne gesehen und steht auch heute immer noch auf irgendeiner Blacklist. Nachtragend diese Vietnamesen, nicht wahr? Haha.

Genug vom alten Schwank. Heute bin ich 25 Jahre jung, arbeite in einem großen Konzern, mache nebenbei einen amerikanischen Master und liebe (fast) jegliche Art von Sport. Ich habe früher viel Kraftsport gemacht (Kurzhantel Training und Bodyweight Training mit Freeletics), bin dann 2 Halbmarathoni gelaufen und hab mich am Ende ins Yoga und AcroYoga verliebt.

Welche drei Dinge ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde? Immer diese einsame Insel Frage! Was soll ich denn da? Ich brauche Menschen, gute Unterhaltungen und Action, haha. Aber gut, welche >Dinge< würde ich mitnehmen. Ich schließe mal mein Handy aus. Das wäre zu einfach.

Als Leseratte würde ich ein Buch mitnehmen. Und da es nur eins sein darf (nein, ich will kein Kindle), nehme ich meinen absoluten Favoriten, den ich immer wieder lesen kann, mit: Der Alchemist von Paulo Coelho. Ein absolut inspirierendes Buch. Nach jedem Mal Lesen hat es eine komplett neue Bedeutung. Ich kann es dir nur wärmstens empfehlen.

Der zweite Gegenstand ist meine riesige Tube Bepanthen. Ich habe Neurodermitis und brauche sie immer. Ich habe aber auch „Verbummelritis“ und verlege sie deswegen immer wieder. Daher brauche und suche ich sie dauernd. Aber auf einer einsamen Insel mit drei Gegenständen und einer Palme werde ich sie wohl ganz gut wiederfinden. Oder…? Oh oh…

Und der dritte Gegenstand ist meine neue Liebe, meine rutschfeste Reise-Yogamatte von Manduka. Super rutschfest für eine Ashtanga Yogini wie mich. Und vielleicht kommt ja auch mal ein AcroYogi auf einem Floß vorbeigepaddelt und macht ein bisschen AcroYoga mit mir :).

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In diesem Sinne: auf dass du bald mal auf deinem imaginären Floß vorbeipaddelst und wir zusammen auf meiner fiktiven einsamen Insel fliegen können!

Namasté

Mai1

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk

Dezember 27, 2016

Hallo ihr Lieben,

ich bin so glücklich und möchte mit euch das schönste Weihnachtsgeschenk teilen, das ich jemals bekommen habe. Und wie es sich für ein solches Geschenk gehört, ist es immateriell und absolut unerwartet gewesen. Aber lasst mich von vorne anfangen: Meine Mama heißt Tam und ist heute 55 Jahre alt. Sie hat drei Kinder großgezogen, in einem Land dessen Sprache sie bis heute nicht sehr mächtig ist. Ich mache keine Witze, fragt unsere Stammkunden, haha. Sie hat seit 14 Jahren mit unserem Papa ein Restaurant in unserem beschaulichen Dörfchen Bad Bodenteich in Niedersachsen. Für dieses Restaurant arbeiten sie beide jeden Tag 12 bis 14 Stunden pro Tag – jeden verdammten Tag. An ihrem Ruhetag macht Papa die Buchhaltung und sie geht einkaufen und schmeißt mal eben den Haushalt zuhause. Einer unserer Stammgäste sagte mal zu mir: „Ihre Mutter ist eine sehr eigenartige Frau.“ Ich hielt es für ein nett gemeintes, aber im Adjektiv vergriffenes Kompliment. Bis er meinte: „Immer wenn ich ins Lokal komme, guckt sie so, als ob sie mich gleich umbringen will.“ Hupps, Kundenbindung mal anders? Aber Papas Essen scheint Mamas auf den ersten Blick mangelnde Kundeorientierung ja sehr gut zu kompensieren. Zumindest hoffe ich das…

Zurück zum Thema: Ihr glaubt es kaum, aber diese taffe & sonst so ernste Frau hat mich doch tatsächlich nach der Bescherung an Heiligabend im Halbernst/Halbwitz gefragt, ob ich sie nicht mal fliegen lassen wolle. Die Frau, die mich das letzte halbe Jahr für meine sehr sonderbare Form von Yoga belächelt hat. Die Frau, die mich jedes Mal, nach dem Upload eines neuen coolen AcroYoga Schnappschusses, ermahnte vorsichtig zu sein bei diesem „AcroYoga“. (Ok, ich gebe zu, bei ihr klingt es eher so: „acr…sogaaaaaaa“.) Ich konnte es kaum fassen, meine Mami wollte AcroYoga machen! Aber klar, wollte ich sie fliegen lassen! Wir haben fix mein Weihnachtsgeschenk ausgelegt. (Ich habe mir zwei 1×1 Meter Sportmatten von der Marke Kwon zum AcroYoga üben zu Weihnachten gewünscht. Leider sind sie zur hart, aber das ist eine andere Story.) Kaum waren die Matten ausgelegt, flog meine Mami schon auf mir. Nach kurzem Einfinden, hat sie auch direkt ihren ersten freihändigen Bird hinbekommen. Und schwupps, haben wir auch die erste Washing Machine durch gehabt. Meine Schwestern haben große Augen gemacht. Die eine wurde von Mama zum Fotos machen abkommandiert. So viel zum Thema Sicherheit, liebe Mama…

Nach der erfolgreichen Washing Machine wurde sie übermütig und wollte „diese eine Figur machen, wo ich auf Max’ Oberschenkeln stehe und mein Fuß hinter seinen Kopf klemme“. Achso, die Flagge. Puh, die ist schwer, aber wir können sie mal anfangen zu üben. Man muss dazu sagen, mein Vietnamesisch ist auf Kindergartenniveau stehen geblieben und ihr Deutsch ist grottig. Also haben wir uns im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen verständigt. Als sie das erste Mal auf meine Oberschenkel gestiegen ist, hatte ich aber weder freie Hände noch freie Füße, um ihr zu erklären, wie es weitergeht. Zudem wusste ich das Wort für „Planke halten“ nicht auf Vietnamesisch, was es etwas schwierig gemacht hat, sie zu halten. So ist sie also direkt beim ersten Versuch auf ihren Po geplumpst wie ein nasser Sack. Aber anstatt sich zu erschrecken, hat sie einfach laut losgelacht. Ein echtes, ehrliches, lautes Lachen, aus vollem Halse. Meine Schwestern und ich musste bei ihrem Anblick einfach laut mitlachen. Wir sind uns alle drei einig: Wir haben unsere Mama noch NIE so glücklich gesehen. Das war das schönste Weihnachtsgeschenk, das ich jemals bekommen habe. Allein dafür haben sich all die Stunden AcroYoga üben schon gelohnt. Schaut euch an wie glücklich sie ist.

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Ich werde oft gefragt, warum ich dieses komische „Aggroyoga“ mache, was mir das bringt, was es mit mir macht? Das macht es! Ist es nicht schön?

Bis bald.
Eure Mai1