Introvertiert und AcroYoga? Challenge accepted!

Februar 13, 2017

Neulich war ich auf einer WG Besichtigung. Nach einer halben Stunde Quatschen und sich kennenlernen meinte meine wohl zukünftige WG-Mitbewohnerin (update: Ich habe das Zimmer! Aber sowas von 😀 ) ich sei anscheinend ein sehr fröhlicher und lebenslustiger Mensch. Als ich dieses schöne Feedback ein paar Freunden erzählte fingen sie an zu lachen und meinten, dass ich nie im Leben so nett gewirkt haben kann. Hallo? Natürlich wirke ich lieb und nett… schaut mich an, ich bin eine süße, unschuldige Asiatin 😀 . Na gut, ich gebe zu manchmal wirke ich ruhiger und dadurch auch netter. Wenn ich jedoch mit jemanden warm werde, kann ich mich endlich so zeigen wie ich wirklich bin. Und leider zeige ich Zuneigung nun mal durch necken, im jugendslang also dissen. Und obwohl ich meine Freunde gerne necke, oder gerade deswegen, haben sie mich lieb (Ruhe, ich weiß, dass ihr es tut :-* ). Ich bin halt authentisch – mal nett, mal nicht ganz so nett, aber immer ehrlich und auf das gegenseitige Wohl bedacht. Ich denke die Introvertierten unter uns wissen wovon ich rede. Es ist schön, nicht nur so angenommen, sondern auch lieb gehabt zu werden wie man wirklich ist. Und ich weiß, ich bin nicht einfach, aber ich bin die Strapazen so was von Wert.

Wenn ich so lese was ich gerade geschrieben habe.. ich sag euch, das hätte ich vor Jahren nicht so gesehen. Sich selbst auch zu lieben, das habe ich irgendwie nicht so wirklich bedacht. Allerdings habe ich das mit der Zeit durch wunderbare Freundschaften gelernt. Sie zeigten mir, dass es absolut in Ordnung ist so wie ich bin und auch. An dieser Stelle ein Danke an sie (ich bin so schlecht in Gefühlsbekundungen).

Das war die Basis. AcroYoga festigte diese Selbstliebe (nicht zu verwechseln mit Narzissmus) ein wenig. Wenn man anfängt und plötzlich merkt zu was man alles imstande ist. Ich als absoluter, vollkommener und eigentlich unmotiviertbarer Sportmuffel hatte plötzlich Gefallen an Sport! Ich war fast geschockt von dieser Seite an mir, aber vielmehr war ich einfach erstaunt. Nach 25 Jahren entdeckt man auf einmal eine ganz neue Seiten an sich.

Meine Leidenschaft für AcroYoga kam schnell, doch als eingefleischter Introvertierter habe ich das ganze Tun und Treiben im letzten Sommer zwar fasziniert, aber erstmal auch skeptisch beobachtet. Wir saßen an der Rheinterasse in Mannheim und plötzlich fingen ein paar von uns an AcroYoga zu machen. Einfach so… in mitten von Fremden Leuten… die einen angucken. Purer Horror für mich! Dank Niklas Elias weiß ich, dass meine Hemmschwelle mindestens so hoch war wie der Mount Everest und ich konnte mir erstens niemals vorstellen das vor Leuten zu tun (hinfallen, vor anderen, hart peinlich!) und zweitens hätte ich das von der Unsportlichkeit in Person, also mir, eh nicht zugetraut solche Figuren hinzukriegen. Wenn ich heute beim AcroYoga Jam hinfalle, lache ich, weil es einfach lustig wie man teilweise hinfällt. Inzwischen lachen auch die anderen, weil sie meinen ich lasse mich wie eine Elfe fliegen, falle aber wie ein Elefant. Herzallerliebst. Was ist das für ein Sport bei dem quasi selbst das Scheitern und Fallen dazu gehört und genauso viel Freude bereiten kann wie das Gelingen von Figuren? Als Introvertierte ist meine recht hinderliche Hemmschwelle zumindest nur noch auf Eiffelturm Niveau. It´s something 😀 . Man kommt durch AcroYoga so schnell und so einfach in Kontakt. Und nicht nur so oberflächig, sondern intim und vertraut.

Tja, das waren jetzt wohl die Insights eines Introvertierten zum Herzblut-Thema AcroYoga. Traut euch, es wird sich lohnen!

Liebe Grüße

Mai 2